Wußtet ihr schon ...

Protzplatz

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Geschrieben von: Yoro   

Wie man ein verdammt guter Rendercrack wird


Ihr kennt das garantiert, man stolpert zufällig irgendwo im Net über ein absolutes Hammerbild, welches ein begnadeter Künstler zustandegebracht hat . Euer erster Gedanke, sobald ihr wieder Luft bekommt:
‚Ich brech zusammen, ist das genial! Wie hat er/sie das nur gemacht?’
Darauf folgt mit tödlicher Sicherheit Gedanke Nr. 2:
‚Verdammt, sowas möchte ich auch können!’
Gefolgt von einem resignierten:
‚Das schaffe ich sowieso nie.’
Wenn ihr es jetzt fertigbringt, Gedanken Nr.3 aus eurem Hirn zu verbannen, habt ihr den ersten Schritt auf einem langen Weg getan.

Eine Warnung vorweg: Das hier ist kein Top-Secret-Wissen aus dem allerinnersten Zirkel der Bruderschaft vom heiligen Renderwahn, mit dem man auch als völliger Newbie ein Superbild binnen zehn Minuten fertig hat!! Auch wenn’s manche einfach nicht glauben wollen: Ein solches ultimatives Wunderwerkzeug existiert nicht und bis man richtig gut wird, braucht es einiges an Zeit und Engagement.


1. Die Vorarbeit:

 Von entscheidender Bedeutung, besonders als völliger Neuling, ist die Wahl des richtigen Handwerkszeugs. Hier entscheidet sich, ob man Spaß an der Sache entwickelt und die erste Durststrecke überlebt, oder ob man schnell wieder restlos gefrustet das Handtuch schmeißt.  Ich hab’s schon öfters erlebt, dass jemand gemeint hat, ok, der Renderprofi da arbeitet mit dem und dem Proggi, wenn ich gut werden will, brauche ich genau das auch.
Völlig falscher Denkansatz!
Mittlerweile ist die gängige Software durch die Bank in der Lage, jede auf ihre Art ausgezeichnete Ergebnisse zu erzielen. Man muß halt damit umgehen können und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Bevor man sich jetzt blindwütig das erstbeste Programm zulegt, nur weil irgendwer damit super Bilder produziert, ist eine gründliche Phase der Recherche und des Austestens angesagt.
Erst mal schauen, was es überhaupt alles gibt, dann sich überlegen, was man damit in erster Linie machen möchte (Landschaften, Portraits, Modelling etc.). Dann klären, was man ausgeben kann/will, ob der eigene PC die Anforderungen erfüllt u.s.w.  Also ran an die Demo-Versionen, auch Erfahrungsberichte anderer User aus diversen Renderforen sind da Gold wert! Versteift euch nicht auf ein bestimmtes Prog, schaut vielmehr, welches aus der in der in Frage kommenden Preisklasse euch am ‚sympathischsten’ ist und womit ihr am schnellsten einen ersten Durchblick bekommt. Die Sache soll ja in erster Linie Spaß machen. Es gibt bei dieser ersten Auswahl zunächst kein richtig oder falsch, jedem liegt etwas anderes am besten und man sollte da seine Stärken so gut es geht ausnutzen.
Das komplexeste und teuerste Programm ist nämlich rausgeschmissenes Geld, wenn man bereits am Verständnis der Benutzeroberfläche scheitert.


2. Der erste Start:

Irgendwann hat man sich für ein Programm entschieden, sein Sparschwein geschlachtet und zugeschlagen, jetzt kann’s losgehen. Keine Panik, wenn man zuerst kaum etwas schnallt, da gibt es nämlich eine wunderbares Hilfsmittel. Es liegt in Form eines mehr oder weniger voluminösen Ziegelsteins vor, hat nicht selten auch dessen Gewicht und nennt sich – Benutzerhandbuch.
Diese Manuals haben durchaus ihre Daseinsberechtigung und sind nicht dafür gedacht, sie als Türstopper, Wurfgeschoß o.ä. zu verwenden. Tatsache ist, dass man kaum irgendwo eine bessere Erklärung für den allerersten Start bekommt. Auch Anfängertutorials werden i.d.R. mitgeliefert, die einem die ersten Schritte vermitteln. Ich frage mich regelmäßig, warum sich diese Einsteigerhilfe so großer Unbeliebtheit erfreut und von vielen Neulingen dermaßen konsequent ignoriert wird.
Laßt euch von den Ausmaßen nicht abschrecken, es verlangt niemand, dass ihr den Wälzer in einem Rutsch durchackert!
Zuerst wird darin das Interface erklärt, also wofür die ganzen Knöpfe, Schalter und Schieberegler eigentlich gut sind. Das kann man natürlich auch alles selber ausprobieren, schneller geht’s aber mit dieser Hilfe. Man erfährt darin auch so grundlegende Dinge, wie man Objekte importiert, platziert und abspeichert, wie man an die Materialbibliothek rankommt, wo die Himmel zu finden sind u.s.w.
Damit Hand in Hand gehen die Einsteigertutorials, in denen das theoretische Wissen aus dem Manual dann praktisch umgesetzt wird. Zugegeben, die Themen aus diesen Anfängertuts sind oft nicht so interessant und die Lernziele sehen noch sehr nach Anfängerarbeit aus. Aber genau dort wird die Basis an Grundwissen gelegt, auf das ihr dann aufbauen könnt – und ohne das man über den Anfängerstatus niemals hinauskommen wird.
Es wird auch nicht anders oder einfacher, wenn ihr euch diese Grundlagen von eurer Community erklären lasst. Die können euch nämlich auch nichts anderes erzählen als das, was dazu in den Handbüchern steht. So vielseitig die Möglichkeiten einer 3D- Software auch sind, die Grundfunktionen sind quasi ‚in Stein gemeißelt’, laufen immer gleich ab und müssen einfach verinnerlicht werden.


3. Vom richtigen Umgang mit Tutorials:

Eine wirklich geniale Hilfe beim Lernen eines neuen Programms sind die diversen Tutorials, die diverse nette Menschen unentgeltlich ins Net gestellt haben. Nach diesen Dingern sollte man gezielt googeln und sich von überall herunterladen, was man kriegen kann. Danach kann man ausprobieren, welche davon einem was bringen und welche nicht; es gibt da ziemliche Unterschiede in Qualität und Brauchbarkeit.
Dabei sollte man zuerst darauf schauen, dass sie dem eigenen Wissensstand auch angepasst sind. Stellt man fest, dass in der Anleitung Wissen vorausgesetzt wird, über das man noch nicht verfügt, ist ein Tutorial noch nichts für euch. Auch wenn einem das behandelte Beispiel noch so gut gefällt, verbeißt euch nicht darin sondern schaut, wo ihr das benötigte Vorwissen dazu herbekommt.
Behaltet bitte im Auge, dass Tutorials für Anfänger, jedenfalls wenn sie gut sind, noch keine Details behandeln. Sie kratzen eher an der Oberfläche und zielen darauf ab, euch mit einfachen, grundlegenden Abläufen vertraut zu machen. Wenn sie richtig gut sind, verzichten sie so weit wir möglich auf Fachausdrücke bzw. erklären dann auch, was damit gemeint ist.
Das Primärziel eines Tutorials ist es, neue Techniken zu vermitteln – und das Gelernte dann auch selbständig anwenden und umsetzen zu können.
Um das zu erreichen, arbeitet ihr ein Tutorial zuerst einmal Schritt für Schritt nach und haltet euch dabei haargenau an die Anweisungen. Hat alles geklappt? Sehr gut, dann das Ganze noch mal. Jetzt müsste es schon etwas schneller gehen. Danach startet ihr einen weiteren Durchgang, versucht jetzt, dabei so wenig wie möglich in die Anleitung zu schauen. Und so weiter, bis euch die Sache aus den Ohren kommt, ihr dafür aber sämtliche Arbeitsschritte verstanden habt und ihr sie ohne Hilfe reproduzieren könnt. Das klingt etwas nervig – und ist
es oft auch, aber dabei gewinnt man Sicherheit und Übung - und kann dann damit anfangen, das Gelernte nicht nur anzuwenden, sondern auch abzuwandeln und damit herumzuspielen (was wiederum sehr viel Spaß macht).



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